Geschichte der Schule

Geschichte unseres Schulhauses

Die Gründung des Leibniz-Gymnasiums ist zu sehen vor dem Hintergrund der Berliner Stadtentwicklung. Dabei interessiert natürlich in erster Linie unser Standort:
Das ehemalige Köpenicker Feld wurde ab 1840 zur Erweiterung der Luisenstadt genutzt. Bis 1860 war dann die Fläche bis zur alten Zollmauer (Linie Wasser Tor, Cottbusser Tor, Köpenicker Tor, Schlesisches Tor) mit Wohnbauten – meist vierstöckigen Mietskasernen mit mehreren Hinterhöfen – gefüllt.
Die Errichtung von Schulbauten erfolgte unmittelbar nach der Parzellierung – häufig waren die Schulgebäude vor Fertigstellung der Wohnhäuser beziehbar. Grundschulen (Volksschulen) wurden meist auf den billigeren Grundstücken innerhalb der Straßenblöcke errichtet; die Gymnasien repräsentativ mit Direktoratsgebäude und Turnhalle an den Straßen und Plätzen.
Auf einem städtischen Gelände am Mariannenplatz wurde in den Jahren 1875-76 durch den preußischen Baurat Hermann Blankenstein das Schulhaus errichtet.
Die Räume waren mit Gasbeleuchtung versehen. Eine Ventilationsanlage sorgte im Sommer für Kühlung, eine Zentralheizung für entsprechende Wärme.
Das Leibniz-Gymnasium war eine sogenanntes altsprachliches Gymnasium. Es wurden die Sprachen Lateinisch, Griechisch, Hebräisch, Französisch und Englisch angeboten.
Im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts ging die Zahl der Schüler an altsprachlichen Gymnasien stetig zurück.
Im Frühjahr 1935 wurde das Königstädtische mit dem Leibniz-Gymnasium vereinigt.
Viele Schüler der altsprachlichen Gymnasien waren jüdischen Glaubens, sie mussten nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ihre Schulen verlassen. Auch die jüdischen Lehrer wurden aus ihren Ämtern getrieben.
Gegen Ende des Krieges wurden Direktoratsgebäude und Turnhalle zerstört.
In das – fast unversehrte – Schulhaus zog die „Berufsschule für Berufe der Druckindustrie und Postjungboten“. Nach dem Auszug der Berufsschule 1983 wurde das Gebäude für Schulauslagerungen wegen anstehender Baumaßnahmen genutzt:

- 1983 – 1988 Paul-Dohrmann-Schule

- 1988 – 1995 Heinrich-Zille-Grundschule

Seit 1996 ist es das Schulhaus der Nürtingen-Grundschule.

Zur Geschichte unserer Schule

Die Nürtingen-Grundschule ist eine Berliner Schule mit einer Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert reicht:
01.04.1892 Gründung der 193. Berliner Gemeindeschule Unterricht in Privathäusern und Einlagerung in andere Schulgebäude
01.04.1895 Eigenes – gemeinsam mit der 195. Gemeindeschule genutztes – Schulgebäude in der Manteuffelstr. 7
01.09.1946 20. Volksschule
17.05.1951 20. Grundschule
April 1967 Neue Schulnummer „7. Grundschule“
07.11.1967 Namensgebung „Nürtingen-Grundschule“

Die Schule hat alle geschichtlichen Höhen und Tiefen dieser Zeitspanne mitgemacht. Leider gibt es kein Material zur Geschichte der Schule vor 1945, da das Gebäude teilzerstört war. Alle Dinge, die der Bevölkerung zum Überleben dienen konnten, wurden entfernt.
Der provisorische Schulbetrieb der 20. Volksschule begann wieder am 30.09.1946. Die Schule war auf mehrere Standorte verteilt in anderen Schulgebäuden eingelagert.
Erst zum September 1947 war das Schulgebäude soweit hergerichtet, dass dort Unterricht stattfinden konnte.

Am 26.11.1958 fuhr auf Einladung des Landkreises (Altkreises) Nürtingen eine Klasse ins Schullandheim Lichteneck. Daraus entstand eine sich verstärkende partnerschaftliche Beziehung mit jährlichen Klassenfahrten.
Ab 1968 zogen in einer größeren Zahl türkische „Gastarbeiterfamilien“ in die Wohnhäuser der Umgebung. Am Ende des Schuljahres 1969/70 hatte die Schule 45 türkische Kinder, d. h. 12 % der gesamten Schülerschaft. Für diese zusätzliche pädagogische Herausforderung wurden anfänglich keine Förderstunden oder andere Mittel zur Verfügung gestellt. Die später vom Kollegium mit wissenschaftlicher Begleitung entwickelte „Zweisprachige Alphabetisierung und Erziehung türkischer Schüler“ bestimmte lange Zeit als pädagogische Sonderform die schulische Arbeit.
Die sich stark verändernde Bevölkerungsstruktur führte zu einem Anstieg der Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache.
In Folge dieser Entwicklung entstand die Haltung von bildungsinteressierten Eltern, Schulen mit einem hohen „Ausländeranteil“ zu meiden.
Dies traf auch unsere Schule, die sich vor die Frage gestellt sah, wie bei einem Anteil von 86 % Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache die Ziele einer Integration in die deutschsprachige Bevölkerung erreicht werden sollten.
Ab 1992 fanden sich zunehmend Kollegen, die auf die realen Verhältnisse mit einem anderen pädagogischen Ansatz reagieren wollten. Es wurden die ersten Klassen gebildet, die nach der Pädagogik Maria Montessoris arbeiteten. Nach anfänglichen Mühen stellten sich erste Erfolge ein, die weitere Unterstützung im Kollegenkreis nach sich zogen.
Parallel zum Aufbau der Montessori-Klassen verlief eine Entwicklung, die die Grundannahmen der Zweisprachigen Alphabetisierung/Erziehung relativierte. Die in die Schule eintretenden türkischen Schüler sprachen immer weniger deutsch und immer schlechter türkisch. Auch nahm die Unterstützung für dieses Konzept in Elternkreisen ab.
Ab 1998 wurde deshalb dieser Unterricht nicht mehr angeboten.
Durch intensive Zusammenarbeit mit den Eltern gelang es, die Prinzipien der Montessori-Pädagogik bildungsinteressierten Eltern nahe zu bringen, so dass ab 2002 durch verstärkten Zuspruch zwei Montessori-Klassen eingerichtet werden konnten. Eine Montessori-orientierte Pädagogik hat sich seither in der Schule weit verbreitet.
Ab dem Schuljahr 2004/05 wurde durch die Einführung der Jahrgangsmischung ein weiteres Element reformpädagogischer Erneuerung etabliert.